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Der Chor der BFS Musik singt im Altarraum der Paulskirche in Dinkelsbühl

Weihnachtskonzert der BFS Musik 2025

Hier der Artikel von Thomas Wirth aus der FLZ vom 06. Dezember 2025 zum Nachlesen:

Ein eindrucksvoller Gang durch die Epochen

Das große Weihnachtskonzert der Berufsfachschule für Musik Dinkelsbühl bot ein facettenreiches Programm

DINKELSBÜHL – Es ist in der Adventszeit das Schulkonzert aller Schulkonzerte: das Weihnachtskonzert der Dinkelsbühler Berufsfachschule für Musik (BFSM). In St. Paul – die Kirche war sehr gut besucht – boten Ensembles der BFSM ein ebenso facettenreiches wie eindrucksvolles Programm. Nichts Banales war darunter, dafür etliche schöne Überraschungen. 

Das Programm bewegte sich aufs Ganze gesehen chronologisch durch die Epochen, ein paar Ausnahmen waren aparte Kontraste. Die Reise begann in der Gegenwart, mit „Stille Nacht“, in einer Version von Lauren Daigle. Die Sängerin Corina Harter und Jasmin Oswald am Keyboard brachten die sanft elegische Jazzpopnummer auf den Punkt. Prompt mit dem ersten Takt war die Weihnachtsatmosphäre da. 

Herzbewegender Dreigesang 

Danach ging es feierlich-erhaben weiter. Ein Posaunenquintett interpretierte Stücke von Anton Bruckner, die eine Komposition von Carlo Gesualdo umrahmten. Die Kombination aus österreichischer Spätromantik und italienischer Spätrenaissance funktionierte, was an Gesualdos hochexpressivem Tonsatz liegt. Ein Barock-Quartett ließ das Concerto A-Dur von Michel Corrette duftig und heiter entstehen. Ein Dreigesang gab herzbewegend von der Orgelempore herab „Es ist ein Ros’ entsprungen“ zum Besten. Ein ambitioniertes Streichquintett nahm sich eines Satzes von Luigi Boccherini an. Worauf ein Celloquartett folgte, das ein Charakterstück von Georg Eduard Goltermann, „Religioso“ ist es überschrieben, schwelgerisch schön ausbreitete. 
Andre Schneider, Schüler an der BFSM, setzte mit „Hope for Joseph“ in einer Trioformation einen tollen Jazz-Farbtupfer dazwischen. Vom 21. Jahrhundert ging es in 20. zurück. Ein Saxophonquartett spürte dem stolzen Sehnsuchtston von Astor Piazzollas „Oblivion“ nach und führte anmutig vor, wie Ottorino Respighi Alte Musik adaptierte, hier war es sogar eine Adaption zweiter Ordnung, weil das Werk original für Orchester ist. 
Das Frauen-Terzett auf der Empore kam noch einmal mit „Adeste fideles“ zu Wort. Ein Streichtrio ließ pointiert den ersten Satz aus Leó Weiners Opus 6 folgen und machte neugierig auf das ganze Werk. Danach lenkte die Klangregie zurück auf die Empore. 

Unerwartet eingängig 

Ein Klarinettenduo widmete sich dort dem „Idylle“ von Charles Koechlin. Mit Bassklarinette ergänzt spielte darauf nun ein Klarinettentrio innig und schön drei Sätze aus Bertold Hummels Weihnachtslieder-Suite „Noël“, die subtil gemacht ist. Der ehemalige Würzburger Kompositionsprofessor, den man eher mit freitonalen Werken kennt, zeigt sich hier unerwartet eingängig.
Am Ende vereinten sich die Schülerinnen und Schüler der BFSM zum großen Chor. Katharina Kabatnik leitete ihn engagiert, sodass zwei Kernstücke des romantischen A-cappellaRepertoires ihre Wirkung nicht verfehlten: Felix Mendelssohn Bartholdys Psalmvertonung „Richte mich Gott“ und Josef Rheinbergers Abendlied. Ein prachtvoller Schluss samt kontemplativen Ausklang – wie ein Gebet zur guten Nacht

📸 Thomas Wirth