HomeSchuleAktuelles Final Projekt...
Auf der Bühne im Innenhof der BFS Musik stehen viele junge Menschen, und winken in die Kamera

Final Projekt 2026 - Abschlusskonzert der R&P-Klasse

Hier der Artikel von WOLFGANG HAUF aus der FLZ vom 10. Juli 2026 zum Nachlesen:

Erworbenes Können gezeigt

Die Absolventinnen und Absolventen der Sparte Rock-Pop der Berufsfachschule für Musik in Dinkelsbühl verabschiedeten sich mit einem Konzert

DINKELSBÜHL – Bei angenehmen Temperaturen haben die Absolventinnen und Absolventen der Sparte Rock-Pop der Berufsfachschule für Musik in Dinkelsbühl im Innenhof der Einrichtung ihr Abschlusskonzert gegeben. Dabei zeigten vier Bands aus Studierenden ihr erworbenes Können. Den Abschluss bildete die Dozentenband. 

Petra Schneeser begrüßte die zahlreichen Besucherinnen und Besucher. Vier Abschlussklassen, die alle ausschließlich Eigenkompositionen präsentierten, würden wehmütig entlassen,sagte sie. Mit Norbert Meyer-Venus verlasse auch der Dozent für Bass das Haus.

Publikum wurde zum Mitmachen animiert
Eingeleitet wurde das Konzert von einem dramatischen Drum-Solo. Die erste Band „Entstehungsphase“ sorgte gleich für tolle Stimmung. Sänger Jaap Zwaans animierte das Publikum zum Mitmachen, den Rest erledigte die Band mit Klassikrock vom Feinsten. Sauber eingestreute Breaks, Tempowechsel, balladenhafte Sequenzen à la Metallica, gekonnte Soli – die ganze Bandbreite wurde dargeboten. Und die beim letzten Song „Rote Wolken“ eingesetzten Streicher verliehen dem Auftritt eine besondere Note – „Rock meets Classic“ hat halt immer einen ganz eigenen Reiz.
Die Band „Flickenteppich“ setzte ebenfalls auf klassische Rockelemente, ihr Sound hatte aber einen leicht psychedelischen Touch. Frontsängerin Corina Harter wurde dabei von Katharina Kaneider unterstützt, der zweistimmige Gesang war beeindruckend. Teilweise klang das Ganze wie eine etwas härtere Version von Katie Melua. Die sprühende Spielfreude sprang auf das Publikum über. Gekonnt wurde mit harten Riffs und leisen, ruhigen Phasen kontrapunktisch gespielt. 
Dann wurde es härter, lauter, aufmüpfig, sozialkritisch, rebellisch. Bei „Ameisenfabrik“ fühlte man sich ein bisschen in die Zeit des frühen Punk- Rocks versetzt. Nina Hagen lässt grüßen. Sängerin Liz Gaal riss die Zuhörerinnen und Zuhörer mit, sie sparte auch nicht mit Kritik an der aktuellen
„Life-Style-Politik-Diskussion“. „Lasst uns ehrlich sein, lasst uns lauter sein“, rief sie dem Publikum zu. Der Song „Alles gut“ thematisierte das treffend-ironisch, die stark verzerrte Gitarre unterstrich, dass eben nicht alles gut ist. Allerdings war bei diesem Auftritt entweder etwas zu viel Effekt auf dem Mikro oder die Abmischung stimmte nicht ganz, die Texte waren leider nur schwer zu verstehen. So ging die darin enthaltene Botschaft
etwas unter.
Bei „Kaltstart“, der letzten Schülerband, wurde es dann funky, jazziger, ein Hauch von „Mezzoforte“ – einer isländischen Band – wehte durch den Innenhof. Hier kam auch ein Saxophon zum Einsatz, das die Musik nicht nur ergänzte, sondern ihr einen besonderen Reiz gab. Bei „Visage dans le vent“ erklangen gekonnt Elemente des Valse Musette, gepaart mit Tönen, die man aus dem Klezmer kennt. 

Perfekt aufeinander abgestimmt 
Dadurch hob sich die Band deutlich von ihren Vorgängern ab. Wie stimmig und perfekt aufeinander abgestimmt die Musik war, wie das
Keyboard Akkordeontöne spielte –einfach zum Genießen. Und der Funk ging dabei kräftig in die Beine, die ausdrucksstarke Frontfrau Katharina Kaneider tatdas ihre dazu. Der letzte Song „Für immer“ war eine liebevolle Reminiszenz an Norbert Meyer-Venus, der in den Ruhestand geht. „Dein Groove wird immer weiter bestehen“, sagte Kaneider sichtlich berührt. Dieser melancholische, nachdenkliche Abschied in überzeugenden Laut-Leis- Wechseln zeigte aber auch, dass an der Schule eine starke Community am Werk ist. 

Den Abschluss bestritt die Dozentenband. Gekonnt professionell spielte sie die von Meyer-Venus ausgesuchtenStücke. Der durfte dann
sein ganzes Können am Bass zeigen. Ein tolles Konzert. Die Schule darfstolz darauf sein, wie sie Musikerinnen und Musiker ausbildet und fördert.

Foto (mit ganz vielen Ehemaligen der BFS Musik): Matteo Konrad